Businessplan: CDU sieht erhebliche Defizite

Realistische Weichenstellungen in Zeiten knapper Kassen

Die Gederner CDU-Fraktion begrüßt in einer Pressemitteilung, dass ein Businessplan für den Campingpark am Gederner See zur Beratung vorgelegt wird. Allerdings sieht sie in dem vorgelegten Entwurf erhebliche Defizite in Bezug auf die geplante Vorgehensweise. Zudem kritisiert die Union die finanzielle Dimension der geplanten Investitionen.

»Der Gederner See ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bürger der Stadt sowie ein bedeutender Anziehungspunkt für den Bade- und Camping-Tourismus über Gedern hinaus. Dennoch steht die Weiterentwicklung vor großen Herausforderungen, die mit Augenmaß und einer langfristigen Perspektive angegangen werden müssen«, sagt Fraktionschef Fabian Orth.

Der laut CDU »in letzter Minute eingereichte Businessplan« solle »ohne ausreichende Beratungszeit beschlossen und im Haushalt 2025 verankert werden«, obwohl er weit über diesen Haushalt hinausreiche. Orth: »Eine derart komplexe Entscheidung erfordert eine gründliche Beratung und einen breiten Konsens - keine übereilten Beschlüsse, die die Zukunft des Gederner Sees langfristig gefährden könnten.« Die CDU schlägt stattdessen vor, lediglich die für 2025 geplanten Maßnahmen in den Haushalt aufzunehmen und den Businessplan intensiv zu beraten und ohne Zeitdruck zu beschließen. Zudem müsse ein solcher Plan immer wieder fortgeschrieben werden.

Besorgniserregend sei die finanzielle Situation des Campingparks. Die Rücklagen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro (Stand Ende 2015) würden bis Ende 2025 aufgebraucht sein. Ab diesem Zeitpunkt werde der Betrieb auf Steuergelder angewiesen sein. Angesichts dieser Entwicklung fordert die CDU-Fraktion eine Priorisierung der geplanten Investitionen, um die finanzielle Belastung für die Stadt und ihre Bürger zu minimieren und zu vermeiden, dass weitere Steuergelder in den Betrieb des Campingsparks fließen.

Die CDU kritisiert die geplanten Investitionen am Campingpark, insbesondere den Neubau eines Kiosks mit Außenanlage für rund 1,7 Millionen Euro. »Diese Dimension ist überzogen und nicht notwendig. Durch eine Verpachtung des Kiosks kann die Investition nicht gedeckt werden«, sagt Orth. Er kritisiert auch, dass den Gremien nur diese eine Möglichkeit der Erneuerung genannt worden sei. Nach Meinung der CDU-Fraktion müsse man angesichts des hohen Investitionsbedarfs auch weitere Möglichkeiten prüfen, unter anderem die Vermietung einer Freifläche an einen externen Kioskbetreiber.

In Kombination mit der geplanten Modernisierung des Restaurantgebäudes, wofür 2,2 Millionen Euro eingeplant seien, sei das direkt gegenüber geplante Kioskprojekt nicht gerechtfertigt. Auch bei den geplanten Millioneninvestitionen in die Sanitäranlagen und die Infrastruktur fordert die CDU eine genaue Prüfung und Priorisierung.

Die CDU-Fraktion betont, den Gederner See als unverzichtbares Naherholungsgebiet für die Stadt Gedern erhalten zu wollen. Orth: »Wir wollen, dass der Gederner See für die Bürger erhalten und gleichzeitig eine interessante Freizeitattraktion für Gäste aus der Region bleibt.« Das müsse jedoch mit einem realistischen und sinnvoll umsetzbaren Ansatz geschehen, der die langfristige Finanzierbarkeit sicherstelle.

 

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